Ist Ihre Firma sexy?

 

Was hat Fachkräftemangel und die Rekrutierung von Mitarbeitern mit Erotik zu tun?

 

Vielleicht mehr als Sie glauben! Heute reduzieren wir den Begriff Erotik auf die Sexualität. Betrachtet man den Standpunkt aus philosophischer Sicht, umschreibt Eros eine unterschiedlich starke Form des Begehrens (im Recruiting = die Mitarbeitersuche) und eine Erfahrung des Mangels (der Fachkräfte).

Erkennen Sie den Zusammenhang mit der Arbeitsmarktsituation?

 

Wäre es nicht sinnvoll „Employer Branding“ also Arbeitgebermarkenbildung als erotisches Instrument einzusetzen? Anders gesprochen, wer als Unternehmen auf der Suche nach Mitarbeiter rasch befriedigt wird, der verzichtet auf das Spiel der Verführung, oder bedient sich diverser Hilfsmittel die eher an einen Erotikshop erinnern - z.B. mit dem Einsatz einer ausgefallenen Rekrutierungsidee, die Suche von Leiharbeitskräften oder eine Mogelpackung an Versprechungen.

 

Natürlich – aus rein kalkulatorischer Sicht ist die schnelle Besetzung der Stelle (durch geringere Rekrutierungskosten) eine vorteilhafte Lösung. Aber wenn die Besetzung einer Stelle nur durch ökonomisch orientierten Verhalten geprägt wird, bleibt in letzter Konsequenz nur ein juristischer Vertrag über einen beruflichen Zeitraum. Er öffnet Tür und Tor für häufigen Jobwechsel und steigert die Flukation.

 

Kennen wir das nicht auch bereits aus unserem Privatleben. Nicht das Eheversprechen „bis das der Tod Euch scheidet“ (die Firmenzugehörigkeit bis zur Pensionierung), sondern der juristische Ehevertrag (Arbeitsvertrag) nimmt bereits die mögliche Trennung (Kündigung) vorweg. So entstehen Partner (Mitarbeiter) ohne Bindungsbereitschaft.

 

Natürlich wird es immer Jemanden geben, die auf der Suche nach einem erotischen Abenteuer (den Verlockungen einer anderen Firma) erliegen. Sei es wegen ein paar Euro mehr oder unerfüllter Wünsche oder Befriedigung.

 

Beobachtet man die Einstellungsbemühungen gewisser Firmen (das Werben um Bewerber) fallen einem eine Reihe oberflächlichen Verhaltensweisen auf. Lieblose Inserate (auf ein Minimum an sachlicher Information beschränkt), Vorstellungsinterviews in Fließbandmanier, Besprechungen in unpersönlichen Büros ohne Bezug zum Arbeitsumfeld, leere Versprechungen über Karriereentwicklungen im Unternehmen. Klingt eher nach Erotikshop?

 

In der Mitarbeitersuche sind diese Art von Vorgänge immer noch weit verbreitet. Mein Vorschlag für Ihr Unternehmen – seien Sie als Arbeitgeber erotisch.

Ihr

Markus Fink

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